Alles auf Anfang

So, der Sommerurlaub ist Geschichte. Seit heute sind wir in der Vorbereitung auf die neue Saison. Ich habe gar nicht so richtig nachgezählt, meine wievielte das jetzt ist. Aber tatsächlich fühlt es sich emotional und von der Spannung her wieder wie etwas ganz Besonderes an. In Neuruppin werden die Weichen  gestellt. Die Neuen werden sich vorstellen und natürlich wird Viktor Skripnik vom ersten Tag an darauf achten, dass wir so optimal wie möglich aus den Startlöchern kommen. Ich will an dieser Stelle jetzt auch nicht über Ziele, Möglichkeiten oder ähnliches fabulieren. Ich will lediglich sagen: Wir werden selbstverständlich Vollgas geben, damit Werder und seine Fans endlich mal wieder eine entspanntere Saison erleben, als in den vergangenen Jahren.

Sicher habt Ihr Euch schon das neue Trikot angeschaut. Besser gesagt: Das neue Heim- und das neue Auswärtstrikot. Wie gefallen sie Euch?

Köln vs. Werder

Es ist schon irgendwie zum Verrücktwerden. Grundsätzlich ist zwar gegen ein Unentschieden in Köln nichts einzuwenden, aber angesichts der anderen Ergebnisse müssen wir der Tatsache ins Auge blicken. Nächste Woche ist Endspieltag. Wobei; dass es soweit kommen würde, hat sich ja nicht erst seit gestern abgezeichnet. Insofern konnten wir uns mental schon länger darauf einstellen, dass es am letzten Spieltag für uns gegen Frankfurt ums große Ganze gehen wird. Aber ich bin wirklich optimstisch. Die Stimmung in der Mannschaft passt. Der Zusammenhalt ist da. Wir werden nicht verkrampfen und auch nicht die notwendige Lockerheit verlieren, sondern uns absolut auf dieses Spiel konzentrieren. Es gibt natürlich kein Patentrezept, wie man in solchen “Finals” bestehen kann. Aber ich glaube ganz fest an die Truppe. Wir spielen im Weserstadion, haben Euch als 12. Mann im Rücken. Sicher wird am Spieltag in der Stadt wieder diese besondere #greenwhitewonderwall-Atmosphäre herrschen. Vermutlich wird sogar die ganze Woche davon geprägt sein. Das macht es auf jeden Fall einfacher. Aber reißen müssen wir es, auf dem Platz! Also: Fokussieren und noch mal das Maximale raushauen!

 

Werder vs. Stuttgart

Ich hatte selten so wenig Schlaf wie letzte Nacht! Ganz ehrlich! Ich konnte einfach nicht einschlafen. Viel zu viel ist mir durch den Kopf gegangen. Abschalten unmöglich, nach so einem Spiel. Und überhaupt: Der ganze Tag war schon irgendwie magisch. Der Empfang vorm Stadion. Wahnsinn, wie eng alle in der Stadt zusammenrücken, wenn es um Werder geht. Ich meine, jeder der im Stadion war oder das Spiel im TV gesehen hat, weiß wovon ich rede. Da wird immer von der Stimmung in Barcelona oder London geschwärmt. Alles Quatsch. Weserstadion, am Osterdeich, ist die erste Adresse. 41.000 Fans im Ausnahmezustand. Ich weiß nicht, wie oft ich im Laufe meiner Karriere gefragt worden bin, ob man als Spieler auf dem Rasen überhaupt wahrnimmt, was auf den Rängen passiert. Tatsächlich ist es so, dass man das meistens nicht viel mitbekommt. Aber gestern war echt extrem und extrem anders! Die Atmosphäre hat uns so sehr gepusht, dass wir nie einen Zweifel hatten, wer als Sieger vom Platz gehen wird. Derbys gegen Hamburg sind schon immer Ausnahmezustand. Aber gestern war unvergleichlich. Danke dafür. Jetzt heißt es Mund abputzen, weitermachen. Köln und dann Frankfurt. Wir wollen die direkte Rettung. Mit Euch im Rücken packen wir das!

Vielen Dank wollte ich Euch auch noch für das Feedback auf meine Vertragsverlängerung sagen! Ich war (und bin es irgendwie immer noch) überwältigt! Ich freue mich auf noch ein Jahr mit Euch!

In eigener Sache

Liebe Freunde, liebe Fans,

es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich mich an genau dieser Stelle mit einem offenen Brief an Euch gewandt habe. Viel Zeit ist seitdem nicht vergangen, aber dafür ist umso mehr passiert. Werder kämpft ums sportliche Überleben. Viele Wegbegleiter, Freunde, Fans und selbst einige Kritiker haben mich angesprochen und bedauert, dass ich meine Schuhe an den Nagel hängen will. Ich selber habe über mich gestaunt, in welch guter körperlichen Verfassung ich mich wieder befinde. Um es kurz zu machen: Ich habe mich entschieden, mein Karriereende aufzuschieben und noch eine Saison dranzuhängen. So, wie es aktuell um den Verein bestellt ist, kann und will ich nicht aufhören. Unabhängig davon, in welcher Klasse Werder nächste Saison spielt. Bleiben wir drin, wovon ich felsenfest ausgehe, dann will ich mit meiner Erfahrung helfen, dass die nächste Saison stabiler abläuft, als diese. Bleiben wir nicht drin, will ich dabei helfen, eine neue Mannschaft aufzubauen. Soll heißen: Es gibt noch zu viele Ziele, die es zu erreichen gilt. Natürlich wird der ein oder andere sagen: Was zählt sein Wort, wenn er es so schnell wieder aufhebt? Dazu will ich sagen: Ich bin ein sehr prinzipientreuer Mensch. Dazu gehört aber auch, sich ständig zu hinterfragen und gegebenenfalls zu revidieren, wenn sich die Umstände ändern. Werder ist eine Herzensangelegenheit und kein Kleidungsstück, das man ablegt, wenn es einem nicht mehr passt.

Euer Clemens

HSV vs. Werder

Jetzt liegen schon zwei Tage zwischen dem Hamburg-Spiel aber besser ist meine Laune immer noch nicht geworden. Nicht nur, dass wir ein Derby verloren haben. Das Wie nervt mich so sehr! Ich habe es ja direkt nach dem Spiel schon angesprochen: So einfache, spielerische und taktische Fehler dürfen wir uns niemals erlauben. Da nutzt es auch rein gar nichts über die 60 guten Minuten zu sprechen. Die bringen nämlich keine Punkte. Jetzt haben wir drei echte Endspiele: Stuttgart, Köln, Frankfurt. Zwei davon im Weserstadion. Das soll jetzt nicht nach Durchhalteparole klingen und ist schon lange kein Lippenbekenntnis: Wir werden ALLES in unserer Macht stehende tun, um Werder in der Liga zu halten!

Werder vs. Wolfsburg

Was für ein Wochenende! Wenn es wirklich noch einen Beweis dafür gebraucht hat, dass es den so oft beschworenen „12. Mann“ wirklich gibt, dann habt Ihr diesen Beweis gestern erbracht! Der Empfang vorm Spiel, der Support währenddessen und der grenzenlose Jubel danach – absoluter Wahnsinn! Aber das ist es eben, was ich an Werder so liebe. Dass es, egal wie schlecht die Ausgangslage gerade ist, schlussendlich doch immer wieder den Schulterschluss gibt und alle an einem Strang ziehen! Also: Vielen Dank dafür! Aber wir wissen natürlich, dass wir noch nichts erreicht haben. Wir kennen die anderen Ergebnisse des Spieltags und müssen festhalten, dass wir ja im Grunde sogar zum Siegen verdammt waren. Jetzt sind wir im Kopf erstmal wieder auf Pokalmodus. Am Dienstag gegen die Bayern. Da erwartet niemand was von uns und das macht die Aufgabe sogar angenehm, denn wir können befreit und ohne Druck aufspielen. Nirgendwo sonst kann man in einem Spiel so viel erreichen, wie im Pokal. Und in einem Spiel ist immer alles möglich. Ich weiß, dass tausende Werder-Fans unter der Woche den Stress auf sich nehmen und nach München reisen werden. Die wollen wir nicht enttäuschen. Versprochen, wir werden Vollgas geben. Viele Grüße, Clemens

Entwarnung

So, wir sind ins Mannschaftshotel eingezogen. Und die erfreuliche Nachricht, was mich betrifft, ist: Ich kann spielen! Jetzt noch optimal vorbereiten, ein bißchen behandeln lassen und dann kann’s losgehen. Ich bin glücklich und froh, dass es gereicht hat und unsere medizinische Abteilung meinen Oberschenkel rechtzeitig wieder hinbekommen hat. Top Job vom Doc und den Physios, vielen Dank dafür! 

BVB vs. Werder

Auf geht’s in die neue Trainingswoche! Dass wir in Dortmund ganz dicht an einem Punktgewinn dran waren, motiviert uns natürlich noch mehr. Wir können mithalten und das haben wir wieder mal bei einem absoluten Spitzenteam der Liga bewiesen. Insofern bin ich überzeugt davon, dass wir unsere Punkte in den nächsten Wochen sammeln werden. Jetzt kommen zwei Heimspiele hintereinander: Augsburg und dann Wolfsburg. Das wird zwar in beiden Fällen nicht einfach, aber wir sind – und das meine ich aus tiefster Überzeugung – in den vergangenen Monaten als Mannschaft so eng zusammengerückt und haben uns weiterentwickelt, dass ich keinerlei Zweifel an unseren Chancen habe. Also, packen wir´s an! Schöne Woche wünsche ich Euch!

Werder vs. Mainz

Ihr wisst, dass ich kein Freund vom Schönreden irgendwelcher Resultate bin. Deswegen will ich auch gar nicht versuchen Euch das Unentschieden gegen Mainz schmackhafter zu machen, als es unterm Strich ist. Drei Punkte hätten uns natürlich besser getan, keine Frage. So bleibt zwar festzuhalten, dass wir von den letzten fünf Spielen nur eines verloren haben, wir aber trotzdem auf der Stelle treten. Wir müssen effektiver werden. Unentschieden helfen uns nicht. Dass wir auch anders können, haben wir vor allem in Leverkusen und auf Schalke bewiesen. Mit diesem Bewusstsein fahren wir jetzt nach Dortmund. Die Favoritenrolle und der Druck sind auf deren Seite. Wir haben dort im Grunde nichts zu verlieren und können entsprechend aufspielen. Ich freue mich auf die Atmosphäre im Stadion und natürlich auf Eure Unterstützung!